Zum Inhalt springen

Drainagestollen Ostravice und Wasserwerk Šance

Foto: mit Spritzbeton und Netzen verkleideter Stollenabschnitt; in der Bodenmitte ein Metallgitter in Längsichtung; Leuchtstoffröhren an der Decke
Daten und Fakten
Firma PORR a.s.
AuftraggeberPovodí Odry, státní podnik
Stadt/LandStaré Hamry - Tschechische Republik
Projektart Wasserbau
Bauzeit11.2012 - 10.2013

Modernste Baustoffe sichern Beständigkeit.

Der Bau des Drainagestollens war eine der zentralen Maßnahmen, um die Betriebssicherheit des Wasserwerks Šance zu gewährleisten. Konkret ging es darum, Grundwasser abzuleiten, das von einem benachbarten Berghang in den aufgeschütteten Damm des Wasserwerks drängte. Dadurch bestand das Risiko einer Beschädigung des Dichtungskerns des Stausees.

Zum Zeitpunkt seiner Entstehung 1968 zählte das Wasserwerk Šance mit einer Höhe von rund 65 m zu den höchsten geschütteten Dammbauwerken des Landes. Heute versorgt es als Hauptquelle das Industriegebiet der Städte Ostrava und Karviná mit Trink- und Nutzwasser. Gleichzeitig dient es als Hochwasserschutz und steuert den Wasserstand des Flusses Ostravice unter dem Stausee.

Der Vortrieb des Stollens, der durch die Tschechische Ingenieurskammer zum Bauwerk des Jahres 2014 gewählt wurde, fand unter sehr schwierigen hydrogeologischen Bedingungen unterhalb des Grundwasserspiegels statt. So wurde der Drainagestollen in einem 50 m langen Abschnitt zudem im instabilen Hangschutt vorgetrieben, während die restlichen Abschnitte mit Hilfe von Sprengarbeiten in die Felsumgebung gegraben wurden.

Zum Einsatz kamen dabei moderne Baustoffe, so ersetzten z. B. in großem Stil Glasfaserbewehrung und -ankerelemente die klassische Stahlmatten und Bolzen. Weiters wurden begehbare Konstruktionen und Steigkonstruktionen aus Verbundstoffen hergestellt. Diese langlebigen Materialien gewährleisten die geforderte Stabilität des Stollens, der permanent den Auswirkungen des Grundwassers ausgesetzt ist.